Behandlung in Zürich
Betreuung, Begleitung, und Behandlungsgrundsätze in Zürich
Grundsätzliches
Betroffenen Eltern und ihren Kindern mit "Spalten" wird zum frühest möglichen Zeitpunkt (gegebenenfalls schon vorgeburtlich) Betreuung angeboten. Die Trinkfunktion wird wo nötig (im Falle von Gaumenspalten von einer gewissen Ausdehnung) in den ersten Lebenstagen weitestgehend normalisiert durch Eingliederung einer sogenannten Trinkplatte. Diese Platte begünstigt gleichzeitig auch eine Verringerung der Spaltbreite und die Normalisierung der Form des Oberkiefers.
Operationen werden gemäss Absprache zwischen den hauptsächlich beteiligten Spezialisten mit Rücksicht auf die Kiefer- und Gesichtsentwicklung möglichst lange aufgeschoben, soweit dies aus Sicht der Sprachentwicklung verantwortet werden kann. Das heisst, die einzelnen Anteile der Spalte werden schrittweise verschlossen. Ebenfalls mit Rücksicht auf das Kieferwachstum und im Interesse einer optimalen Funktion des Gaumensegels bei der Bildung von Sprachlauten wird der Gaumen in zwei Etappen verschlossen (die erste Etappe konzentriert sich auf die Wiederherstellung der „Ventilfunktion“ des Gaumensegels). Es ergeben sich daraus folgende Operationstermine:


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Lippenoperation im Alter von ca. 6 Monaten bei einseitigen LKG-Spalten,
beziehungsweise 6 Monaten und 8-9 Monaten bei beidseitigen LKG-Spalten
- Verschluss des Gaumensegels (weicher Gaumen) im Alter von ca. 18 Monaten
- Verschluss des harten Gaumens im Alter von 4-5 Jahren
- Verschluss der Kieferspalte mit Knochentransplantat vom Patienten (= Knochenspanung = Osteoplastik) im Alter von ca. 10 Jahren, evtl. später, je nach Behandlungsplan zur Korrektur der Kiefer- und Zahnstellung. Mittelfristig (Zeithorizont ca. 10 Jahre) darf damit gerechnet werden, dass kein Knochentransplantat mehr beim Patienten selbst entnommen werden muss, sondern dass die bereits fortgeschrittene Entwicklung von Knochenersatzmaterial und Anregung körpereigener Knochenbildung auch für diese Anwendung reif wird.
- Allfällige weitere Operationen je nach Notwendigkeit im individuellen Fall
Dieses Vorgehen hat sich über 30 Jahre bewährt und ergibt (auch im internationalen Vergleich) sehr gute Ergebnisse sowohl bezüglich Sprachqualität wie auch bezüglich Gesichtsprofil. Die Operationen im Säuglings- und Kindesalter werden im Kinderspital Zürich durchgeführt von erfahrenen Oberärzten der Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsspital. Spätere Operationen finden im Universitätsspital statt.
Anlässlich der Operationen im Kinderspital erfolgt in derselben Narkose jeweils auch eine ohrenärztliche Untersuchung und nötigenfalls Behandlung, um eine optimale Belüftung des Mittelohres und damit eine wesentliche Grundlage für gutes Gehör und Sprachentwicklung zu gewährleisten. In ohrenärztlichen Belangen besteht eine gute Zusammenarbeit zwischen den ORL-Ärztinnen am Kinderspital und der ORL-Klinik des UniSpitals.
Im Anschluss an die operativen Eingriffe werden die Patienten vom zuständigen Operateur nachkontrolliert. Periodische Kontrollen der Sprach-, und Kiefer- Gebiss-Entwicklung finden in gemeinsamer Sprechstunde von Klinischer Logopädie und Kieferorthopädie statt. Die zuständigen Chirurgen werden bei Bedarf erneut beigezogen. Fixe Kontroll-Zeitpunkte inkl. Bild-Dokumentation sind im Alter von 5, 10, 15 und ca. 20 Jahren festgelegt. Im Übrigen passen sich die Kontroll-Intervalle dem Verlauf bei den einzelnen Patienten an: Erste Kontrolle in gemeinsamer Sprechstunde im Alter von ca. 2 Jahren (ca. 6 Monate nach Verschluss des Gaumensegels). Weitere Kontrollen in der Regel bis zum Schul-Alter in jährlichen Abständen, je nach Verlauf evtl. in kürzerem oder längerem Abstand. Diese Kontrollen dienen in erster Linie der Standortbestimmung zuhanden der Eltern und ihrer kompetenten Begleitung. Natürlich geht damit bei Bedarf auch die Einleitung von Vorbeugungs- oder Behandlungsmassnahmen einher:
- Information der Eltern bezüglich spielerischer Förderung der Sprachentwicklung im Elternhaus
- Einleitung logopädischer Therapie am Wohnort
- Anleitung zur Kariesprophylaxe sobald Zähne vorhanden sind
- kieferorthopädische Überwachung und Einleitung von Behandlungsmassnahmen (z.B. "Spangen")zum geeigneten Zeitpunkt (dieser liegt für Kinder mit LKG-Spalten meist später als sonst üblich)
- Bedarfs-Abklärung für weitere chirurgische Massnahmen.
Für Behandlungsmassnahmen die häufigere Sitzungen erfordern wie logopädische Therapie oder kieferorthopädische Apparaturen ("Spangen"), werden nach Möglichkeit Behandlungsstellen in Nähe des Wohnortes der Patienten gesucht. Die Kontrollen im Rahmen der Spezialsprechstunde laufen ab Alter 8-9 Jahre in Abständen von 2-3 Jahren weiter bis zur endgültigen Entlassung im Alter von ungefähr 20 Jahren. In den oberen Altersstufen dienen sie vor allem dazu, die zeitgerechte Erfassung allfälliger behandlungsbedürftiger, wachstumsbedingrter Veränderungen sicherzustellen (vgl. Mögliche Auswirkungen, Kieferentwicklung). Ebenso dienen sie der langfristigen Qualitätskontrolle des gesamten Behandlungskonzepts. [vgl. Behandlung generell]
