Wo lasse ich mein Kind behandeln
Worauf sollten Sie achten?
Eine optimale Behandlung muss viele Aspekte berücksichtigen. Sie muss deshalb unbedingt im Rahmen einer Arbeitsgruppe aus verschiedenen Fachleuten erfolgen, die über lange Zeiträume zusammenarbeiten. Diese Fachleute müssen auch über Erfahrung im Spezialgebiet "Spalten" und in der interdisziplinären Zusammenarbeit verfügen. Der Erwerb von Erfahrung setzt voraus, dass in einem Zentrum auch eine gewisse Anzahl neugeborener Patienten pro Jahr in Behandlung kommen sollte. Diese Zahl wird heute international mit mindestens 30-40 angegeben und liegt für Zürich bei ca. 40.
Zentrale und langfristige Verantwortung in der Behandlung und Betreuung von Lippen- (Kiefer-) und/oder Gaumen-Spalten tragen insbesondere die Vertreterinnen und Vertreter folgender Fächer:
- Chirurgie (in Zürich Kieferchirurgie, andernorts Kinderchirurgie oder Plastische Chirurgie)
- Kieferorthopädie
- Klinische Logopädie, d.h. Logopädinnen/Logopäden mit vertieften medizinischen Kenntnissen und Erfahrung
- Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde (ORL)
Sie bilden den Kern spezialisierter Arbeitsgruppen. Weitere Fachleute (Pflegende, Kinderärzte) wirken phasenweise mit, und in besonderen Fällen können Fachleute für Medizinische Genetik, Psychologen/Psychiater, Sozialdienste etc. beigezogen werden.
Die Eignung und Qualität der getroffenen Massnahmen muss anhand von Langzeit- Dokumentationen der behandelten Patienten überprüft werden können. Eine zentrale, fachkompetente Anlaufstelle für Patienten und deren Eltern erleichtert den Behandlungsablauf und die Bewältigung allfällig auftretender Probleme.
Stellen Sie Fragen. Sie dürfen Antworten erwarten, die auch für nicht-Fachleute einleuchtend sind. Entscheidend wird aber letzlich sein, ob Sie den Fachleuten Ihrer Wahl vertrauen, dass für Ihr Kind und für Sie kompetent und nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet wird. (So ähnlich ergeht es auch uns, wenn wir uns in Fachgebieten beraten lassen müssen, in denen wir nicht kompetent sind, z.B. in Banksachen.)
