Zentrum für LKG-Spalten

Begriffe

«Fehlbildungen»

Die vorgeburtliche Entwicklung der einzelnen Organe und Organsysteme läuft in einer Vielzahl von Schritten ab. Diese müssen untereinander, und im zeitlichen Ablauf ganz genau abgestimmt sein. Dies gilt vor allem für die sog.Phase der Organbildung (4. bis 8. Woche nach Empfängnis bzw. 6 bis 10 Wochen nach der letzten Menstruation). Störungen in dieser Phase können das Ausbleiben gewisser Entwicklungsschritte, und damit Fehler in der Bildung einzelner oder mehrerer anatomischer Elemente zur Folge haben; «Spalten», d.h. wegen ganz oder teilweise ausbleibender Vereinigung bestimmter Teile nicht korrekt zustandegekommene Abschlüsse, sind ein möglicher Effekt. LKG-Spalten sind solche sog. Hemmungsfehlbildungen.

«Spalten»

«Spalten», als Folge ganz oder teilweise ausgebliebener vorgeburtlicher Vereinigung bestimmter anatomischer Elemente können verschiedenste Organsysteme betreffen. In dieser Publikation ist in der Regel die im Kiefer- Gesichtsbereich am häufigsten anzutreffende Gruppe der Lippen- Kiefer- und/oder Gaumenspalten gemeint. Daneben gibt es im Kiefer-Gesichtsbereich die Gruppe der sehr unterschiedlich ausgeprägten «seltenen Gesichtsspalten» deren Beschreibung diesen Rahmen sprengen würde. «Spalten», können aber auch an anderen Stellen des Körpers auftreten (z.B. Spina bifida = "offener Rücken").

Die alten Begriffe "Hasenscharte" und "Wolfsrachen" für Lippenspalte bzw. Gaumenspalte sollten nicht mehr gebraucht werden. Sie sind im Volksglauben mit allzu vielen unklaren, negativen und nicht zutreffenden Vorstellungen verbunden.

In der Regel sind bei Neugeborenen mit Lippen-(Kiefer-) und/oder Gaumenspalten alle Anteile von Nase Lippe und Gaumen vorhanden. Dies gilt auch für sehr breite Spalten.
Es ist also alles Material da, aber die einzelnen Elemente sind durch das Ungleichgewicht der Gesichtsmuskulatur bzw. durch die Einlagerung der Zunge in die Gaumenspalte zur Seite verlagert.

In seltenen Fällen kann im Bereich der Gesichts-Mittelline ein Gewebe-Defizit vorliegen. Dieses ist beim Neugeborenen erkennbar und bedingt eine aufwendigere Behandlung in den späteren Behandlungsphasen.

Für Angehörige wichtig zu wissen: Lippen-(Kiefer-)Spalten und Gaumenspalten sind für die betroffenen Kinder nicht schmerzhaft, es liegt keine offene Wunde vor. Entsprechend besteht auch keine besondere Infektionsgefahr.

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